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Eindrücke zur Begleithundeprüfung März 2010
•   Donnerstag, 27. Mai 2010 | Anna Herner

Lange schon habe ich mich auf die Begleithundeprüfung (BH) vorbereitet. Eigentlich wollte ich meine Prüfung schon im Herbst vergangenen Jahres ablegen aber leider hatte mein Hund eine „Grippe“ und konnte nicht starten. So erging es dann fast allen, die an der Herbstprüfung teilnehmen wollten und so wurde die Prüfung abgesagt. Am 21.März 2010 war es dann soweit. Mit mir stellten sich noch drei der Prüfung. Melissa trat mit Ric an, Kathleen mit Bruno, Peter mit Sam und ich mit unserer Ayla.

Am Morgen bin ich mit Ayla ausgiebig in den  Weinbergen spazieren gegangen. Dann fuhren  Ayla,  meine Mutter und ich auf den Hundeplatz. Ich war so aufgeregt und meine Mutter glaube ich auch. Hoffentlich überträgt sich meine Aufregung nicht auf Ayla. Aber die saß ganz ruhig im Auto. Oben angekommen waren schon viele Leute da. Viel mehr als ich eigentlich erwartet hatte. Das machte mich nicht gerade ruhiger. Ayla brachte ich in ihre Box.
Endlich kam auch der Leistungsrichter Herr Bernhard. Das bedeutete: gleich geht es los. Ich musste als einzige noch den theoretischen  Prüfungsteil absolvieren. Unsicherheit machte sich breit. Aber meine Mutter sagte mir , dass ich so gut gelernt hätte, da könnte nichts schief gehen. Auch Karin sprach mir Mut zu.
Frank rief mich ins Vereinsheim. Ich begrüßte den Richter und bekam glücklicherweise gleich den ersten Fragebogen. Das war gut. Diese Antworten wusste ich. Sogar an den Stellen, an denen Herr Bernhard vergessen hatte die Fragen mit zu kopieren. Karin stand hinter mir und gab mir dadurch seelischen Beistand. Ich konnte alle Fragebögen schnell und richtig beantworten.
Hurra!  Die erste Hürde hatte ich geschafft.
Jetzt kam die Prüfung in der Unterordnung dran. Melissa und ich holten die Hunde. Auf dem Vorplatz machten wir uns „warm“. Die Hunde sollten aufmerksamer werden, zu uns schauen und unsere Kommandos ohne zu zögern befolgen. Als dann die Aufforderung kam den Übungs- bzw. Prüfungsplatz zu betreten, meldeten wir uns ordnungsgemäß beim Richter an. Ayla brachte ich zuerst in die Ablage. Ich hoffte sehr, dass sie ordentlich liegen bleibt. Ich durfte sie nicht anschauen. In der Prüfungsordnung steht: 30 Schritte vom Hund entfernt, Blick abgewandt.  An den Gesichtern der Zuschauer konnte ich ablesen, das Ayla ihre Sache gut machte. Nachdem Melissa mit Ric gelaufen war, holte ich Ayla aus ihrer Ablage und ging in die Grundstellung. Jetzt gilt`s, dachte ich. Ich war so nervös. Ayla merkte das. Sie hing nach, trödelte und wollte sich in der Gruppe nicht, so wie ich es gern gehabt hätte, absetzen. Aber das Kommando aus der Bewegung Sitz  klappte diesmal gut. Als ich sie dann aus dem Platz abrufen konnte, fiel mir ein großer Stein vom Herzen. Die Unterordnung war beendet. Ich wusste, dass nicht alles so gelaufen war, wie ich es gern gehabt hätte. Herr Bernhard gab uns direkt seine Einschätzung bekannt. Sie war für mich in Ordnung. Ganz entscheidend war für mich der Satz: Dieser Teil der Prüfung ist bestanden! Ich glaube in diesem Moment konnte mir keiner nachfühlen wie erleichtert ich war.
Nach uns liefen Kathleen mit Bruno und Peter mit Sam. Davon bekam ich nicht viel mit. Ich war so erleichtert.
Uns fehlte nur noch der „Verkehrsteil“ zur bestandenen Prüfung. Da Ayla keinen schlechten Tag hatte, musste dieser gut laufen. Herr Bernhard meinte wir würden mal etwas anderes machen. Ich bekam einen Schreck. Was hat er sich wohl ausgedacht? So schlimm war es nicht. Wir sollten nacheinander mit unseren Hunden über die voll besetzt Terrasse des Vereinsheims laufen. Alle die dort saßen hatten überhaupt nicht mitbekommen, dass dies schon zur Prüfung gehörte. Meine Mutter meinte zu mir, was ich mit Ayla auf der Terrasse zu suchen hätte. Ich rief ihr nur schnell zu, dass dies schon zur Prüfung gehört. Jetzt gingen wir auf den Parkplatz und ein Fahrrad fuhr an uns vorbei. Ayla kennt solche Situationen. Auch in der Menschengruppe verhielt sie sich neutral . Ich überlegte, was als nächstes kommen könnte, nachdem wir uns in einer Reihe aufgestellt hatten. Zu meiner großen Überraschung schüttelte mir Herr Bernhard die Hand und gratulierte mir zu bestandenen Prüfung. Dieses Glücksgefühl kann ich gar nicht beschreiben, so toll war es.
Gabi kam auf mich zugelaufen und gratulierte mir. Sie meinte, ich könnte mich jetzt vor keiner Prüfung mehr drücken. Ich muss mit ihr auf der Kreismeisterschaft im Turnierhundesport in Wiesbaden starten. Noch viele weitere Gratulanten folgten. Ich war stolz auf Ayla und auch auf mich. Die erste große Herausforderung hatten wir geschafft.
Nach längerem warten, da die Prüfungspapiere noch fertig  gemacht werden mussten, gab der Richter  noch eine Gesamteinschätzung der Prüfung. Er sagte, dass alle Prüflinge gute Leistungen gezeigt haben. Es wäre kaum möglich einen besonders hervor zu heben.  In meinem Glücksrausch überhörte ich, dass er meinen Namen erwähnte und hervor hob, das Ayla im Verkehrsteil am besten abschnitt . Erst als Frank den großen Wanderpokal für die beste Begleithundeprüfung in die Hand nahm, war ich wieder ganz bei der Sache. Aber ich hätte nie daran geglaubt, was ich jetzt hörte. Frank nannte meinen Namen. Ich habe den Wanderpokal für die beste BH- Prüfung gewonnen. Das war  wie ein Traum. Es machte mich überglücklich.
Wir machten noch schöne Fotos mit allen Prüflingen und mit Ayla, dem Pokal und mir.
Ganz herzlich möchte ich mich bei meinen beiden Übungsleitern Wolfgang und Frank bedanken, die mir bei all meinen Fragen  und der Ausbildung  von Ayla immer zur Seite standen.  Ohne die Beiden wäre ich jetzt noch nicht so weit.

Jetzt arbeite ich auf die Kreismeisterschaft in Wiesbaden hin. Mir fehlt noch die nötige Erfahrung für solche Turniere aber ich freue mich darauf, auch wenn ich wieder furchtbar aufgeregt sein werde. Das Arbeiten mit Ayla macht mir sehr viel Freude.

 

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